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MAA MES-Security-Seminar in Ulm

22.04.09 (Allgemein)


Tactial-MES Ausbilder Meister Erwin Pfeiffer zeigte einer sehr motivierten Seminargruppe den Umgang mit dem “Mehrzweck-Einsatzstock“, kurz “MES” oder auch “Tonfa” genannt.
Der MES ist ein Schlagstock mit dem charakteristischen Quergriff, der interessante und vielfältige Einsatzgebiete bietet. Mit dem Tonfa wird heute noch in verschiedenen Kampfkünsten trainiert. Bei verschiedenen Polizeieinheiten, Sicherheitsdiensten und Spezialeinheiten wird der MES als wertvolles Hilfsmittel zur effektiven Verteidigung eingesetzt. Erwin Pfeiffer zeigte, wie gewohnt in souveräner und lockerer Weise, die verschiedenen Griffhaltungen und wie man von Haltung zu Haltung wechselt. Weitere Inhalte des Kurses waren die vielfältigen Schlag- und Abwehrmöglichkeiten mit dem MES. Im Anschluss wurden verschiedene Kontroll- und Transporttechniken effektiv angewendet. Ein gelungener erster Teil der Seminarreihe und eine gute Grundlage für den nächsten Teil.

Geschichte: Okinawanische Bauern „entdeckten“ ursprünglich den Tonfa, obwohl der Ursprung in China lag, nennt man es dort Guai/Kuai. Der genaue Ursprung des Tonfas ist nicht mehr nachzuvollziehen, es gibt jedoch auch Texte und Bilder, welche belegen, dass er ehemals eine Kurbel an Mühlsteinen war, welche schließlich zur Waffe umfunktioniert wurde.
Der Grund für die Entwicklung von Tonfa war wie bei allen Okinawa-Bauernwaffen (Sai, Kama, Nunchaku, usw.) das Verbot des Schwert-Tragens außerhalb der Samurai-Kaste. Um sich gegen diese Waffe verteidigen zu können, wurden die verschiedenartigsten Feldgeräte umfunktioniert und zweckentfremdet. Der Umgang mit diesen sogenannten „Bauernwaffen“ wurde jedoch auch in den höheren Gesellschaftsschichten Okinawas geübt (Bsp.: Chatan Yara, Bushi Matsumura usw.).

Handhabung und Einsatz: Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, den Tonfa zu führen. Bei der bekanntesten führt man ihn mit der Faust um den Griff, so schützt das Unterarmholz den Unterarm. Hier sind schnelle Drehschläge aus dem Handgelenk möglich. Der ursprüngliche Tonfa wurde als Paarwaffe benutzt mit dem Ziel, den Schlag des Gegners zu blocken (1. Tonfa) und ihm dann eine Verletzung zuzufügen (2. Tonfa). Des Weiteren kann man den Tonfa auch unterhalb des Quergriffs greifen, so schützt der Quergriff die Hand und man kann die lange Seite wie einen kurzen Knüppel verwenden. Greift man den Tonfa am langen Ende, so kann man ihn wie einen Kriegshammer oder ein Tomahawk einsetzen. Die MES Seminare finden unter der Flagge der International-Security-Service und Martial Arts Association-International www.MAA-I.com statt. Im April wird Erwin Pfeiffer mit Bernd Höhle im Auftrag der VP Marsberg Production im Golden Dragon Kampfkunst-Center ein MES Lehrfilm produzieren.